2.projekt text in deutsch
Der hängende Garten [Hanging Garden]
Aki Nagasaka
Das neue Kunstwerk “der hängende Garten” [Hanging Garden] findet in dem Dachboden einer alten aber noch betrieblichen Branntweinbrennerei in Zinzow, einem kleinen deutschen Dorf, statt. Das nicht nur aus der Erde angehobene sondern auch von der Dachbodendecke aufgehängte Werk besteht aus einem inneren Garten mit vielen anderen trockenen Naturpflanzen. Es weist auf historische und gemeinsame Fantasien hin und handelt von zeitlosen persönlichen Tagträumen und Wünschen.
Seit ewig und drei Tagen sind die Menschen von frei schwebenden und hängenden Objekten fasziniert, besonders von ihnen, die massig sind. Wir können doch darüber spekulieren, woher diese Faszination kommt; wahrscheinlich kommt sie aus unserer Fliegensunfähigkeit, sowie aus dem unvermeidlichen Drang der Schwerkraft. Der Babylonische hängende Garten wurde als zauberhaft betrachtet; der massige saftige Garten schien als ob er wäre über der Wüste geschwebt, aber in Wirklichkeit wurde dieser Effekt durch die hoch entwickelte zeitgenössische Ingenieurwissenschaft ermöglicht.
Vor der Entstehung der moderne Wissenschaft haben nur Alchimsten Alkohol distilliert, seine Kunst wurde für Zauber gehalten, und die ergebende Flüssigkeit wurde als „Lebenswasser“ betrachtet, die Vollziehung der ewigen menschlichen Sehnsucht nach Unsterblichkeit.
Als ich Kind war, habe ich immer davon geträumt, meine eigene Welt zu schaffen, wozu ich mich heimlich verdrücken konnte — ein versteckter Schlupfwinkel in einem Tunnel, ein aus Regenschirme gebautes Zelt, ein paar Tage ich in einem Kleiderschrank, und meine eignene Variente von „Alice in Wunderland” in meinem Tagebuch. Ich interresiere mich immer noch für mögliche Räume und Anfangsgründe, die mich in eine wundernde Welt der Irrfahrt einfahren.
„Hanging Garden“ ist eine Art von den Vorstellungen dieser Fantasien und Wünsche. Die angehobene, langsam umlaufende Pflanzen sind hypnotisierend: die Aufhebung und die Trockenheit der Pflanzen weisen auf gestoppte, destillierte, vergangene Zeit hin. Der mögliche Nutzen diesen Pflanzen bezeichnet die Zukunft, wenn im Winter keine Pflanzen draußen bleiben. Die gemischte Zeit zusammen mit den hypnotisierenden Eigenschaften der Ausstellung lassen der Beschauer in eine andere, fantastiche Welt eintreten. Für mich ist das doch ein zauberhafter Raum, in dem meine Wünsche und meine liebevolle Erinnerungen an Frühlingspflanzensammeln zusammenkommen.
Danke an Raysh Weiss für die Uebersetzung.
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Lackluster / Lacklaster
Atalya Laufer
Lackluster (Englisch, Brit: Lacklustre): glanzlos, langweilig, farblos, lustlos, trübe
Lacklaster (Deutsch): schlechte Gewohnheit, Ausschweifung, Sucht
Für „Lackluster / Lacklaster“ wurde ein 60 Quadratmeter großer, alter und bald zerstörter Dachboden, mit Hochglanzlack bearbeitet. Dieser Text, sowie die Arbeit, die er umschreibt, versuchen möglichst sachlich und neutral zu sein. Sie beziehen sich auf das Jetzt; reflektieren die Vergangenheit und Zukunft dieses speziellen Ortes.
Glanz und Transparenz sind Metaphern und spielen mit möglichen Interpretationen.
„Lackluster/ Lackluster“ findet auf dem Dachboden eines typischen Einfamilienhauses in Zinzow statt. Es ist in der Nähe eines traumhaften Château gelegen, das der Familie Vielhaber gehört. Da das Haus auf dem Besitz der Vielhabers liegt, haben diese sich überlegt, es abzureißen und ein neues Gartenhaus zu errichten.
Ich war eingeladen dieses alte und verlassene Haus zu betreten und man sagte mir, ich könnte damit machen, was auch immer ich möchte. Voll mit voyeuristischen Vorstellungen ging ich hinein. In der Hoffnung, etwas über die Menschen, die dort einst lebten und auch das Leben in Zinzow oder das Leben im Allgemeinen zu finden. Nur leider war das nicht der Fall.
Ich stellte fest, dass ich keine Verbindung zu diesem Ort fand, wie ich sie mir anfangs gewünscht hatte. Es gab nichts, was mich berührte. Diese beträchtliche Distanz stellte sich nach einiger Zeit als eine große Faszination heraus, wodurch eine seltsame Sehnsucht entstand, diesen Raum in seinem Zustand festzuhalten, bloß für ein paar Tage zu konservieren.
Ich erinnerte mich an Derridas „Fieberarchiv“, wo er über die fieberhafte Sehnsucht nach Archiven schreibt, eine Art schwerer Krankheit. Die Sucht nicht so sehr es zu benutzen, vielmehr es zu haben. Und so kam es, dass ich mich entschloss, den Raum in seinem gegenwärtigen Zustand zu präsentieren. Wie ich schon meinte, ich hatte gehofft, etwas springt mich an und inspiriert mich. Ich hatte nichts Bestimmtes gesucht und fand auch nichts Bestimmtes, nur eins, die Hoffnung, etwas zu finden, das Verlangen, etwas zu sehen und die Fähigkeit, irgendetwas zu zulassen.
Der glänzende Lack erinnert mich an die traditionellen Glasvitrinen in Museen, in denen Objekte ästhetisiert und ihres ursprünglichen Kontexts und ihrer Funktion beraubt werden. Sie werden zu Symbolen, die ihre Aussteller erwählen. Traditionell werden sie als ethnografisch bezeichnet und in einer minimalistischen, beschreibenden und objektiven Art ausgezeichnet.
Und so folge ich dieser alten Tradition und stelle einen sehr privaten Raum aus, den ich nicht verstehe. Ich mache ihn öffentlich. Ich mag den komischen Aspekt, einen Ort, der oft versteckt oder voll gestopft ist, in einen nicht nur vorzeigbaren Raum, sondern einen Ausstellungsraum zu verwandeln. Es ist nicht nur ein Dialog zwischen privatem und öffentlichem Raum, sondern auch zwischen dem Sichtbaren, Unsichtbaren, Präsentierbaren, Vorzeigbaren, aber auch dem Vorstellbaren und Wahrnehmbaren.
Danke an Anna Hellner für die Uebersetzung.
June 1, 2009 at 10:38 pm |
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